

Die Schätze bei einer Weingutsauflösung finden: der Fall Moncaro (August 2026)
Terre Cortesi Moncaro war bis vor kurzem die größte Weingenossenschaft in den Marken. 1964 in Montecarotto, im Herzen der Castelli di Jesi, gegründet, wuchs sie über sechzig Jahre zu einem vollständig integrierten Erzeuger heran, der sich über drei strategische Standorte erstreckt — Montecarotto für Verdicchio, Acquaviva Picena für Rosso Piceno und Camerano für Rosso Conero —, mit 52 registrierten Etiketten und dem Ruf als einer der Pioniere des ökologischen Weinbaus in Italien.
Im Jahr 2024 deckte ein Führungswechsel eine tiefere Finanzkrise auf, und die Genossenschaft wurde unter „liquidazione coatta amministrativa“ gestellt – eine zwangsweise administrative Liquidation, angeordnet vom Ministerium für Unternehmen und Made in Italy, wobei der Abwicklungsbeauftragte, Dott. Giampaolo Cocconi, den Verkauf der Vermögenswerte des Anwesens im Auftrag des Staates beaufsichtigt. Der Prozess läuft über die GOBID International Auction Group auf einer asynchronen Online-Plattform, wobei die ursprüngliche Bewertung des unbeweglichen Vermögens bei über 13 Millionen Euro liegt: drei Produktionsstätten, etwa 65 Hektar Weinberg, Keller, Lagerhallen, ein Restaurant, Bauernhäuser und Nebengebäude, aufgeteilt in mehr als dreißig unabhängige Lose.
Dieser Fall verdeutlicht gut, wie wir an eine große, mehrstufige Liquidation herangehen. In der ersten Auktionsrunde lag unser Fokus dort, wo er hingehörte: auf dem Kronjuwel, dem Verdicchio-Produktionszweig selbst, dem Kerngeschäft, das dem gesamten Anwesen seine Identität und seinen Wert verleiht. Dieses Los war überraschenderweise dasjenige, das eine Käufergenossenschaft anlockte und schnell verkauft wurde – das strategische Vermögenswert würde niemals unverkauft bleiben.
Aber eine Liquidation dieser Größe besteht selten nur aus einem Los. Einige Runden später, da die Preisgestaltung für die verbleibenden, nicht strategischen Parzellen nun gegenüber den ursprünglichen Bewertungen deutlich gesunken ist, hat sich das Bild verändert. Dies ist der Punkt im Prozess, an dem es sich lohnt, die vollständige Losliste noch einmal durchzugehen — nicht wegen des Hauptvermögenswerts, sondern wegen der Stücke, die aufgrund ihrer eigenen Vorzüge schon immer interessant waren und nun preislich entsprechend angepasst sind. In dieser Runde stechen zwei hervor: ein vollständig renovierter Restaurantkomplex mit einer eigenen Bottaia, eingebettet zwischen den Weinbergen von Montecarotto, und ein steinernes Bauernhaus in Rosora, das sich ganz im Zentrum eines Blocks aus zwanzig Jahre alten Verdicchio-Reben befindet — Reben, die in derselben Auktion tatsächlich separat in Parzellen von 1,5 bis 12 Hektar angeboten werden, was einem Käufer die Option gibt, einen funktionierenden Weinberg direkt um das Haus herum wieder zusammenzusetzen.
Keines davon wäre in der ersten Runde die Geschichte gewesen. Beide sind zu diesem Zeitpunkt wirklich einen genaueren Blick wert – was genau die Art von Detail ist, die auf einer spezialisierten Auktionsplattform verloren geht, es sei denn, jemand liest jedes Los, jede Runde und vergleicht den heutigen Preis mit dem, was der Vermögenswert tatsächlich wert ist.

